Fermer

Viertes Querschnittskolloquium

„Konstruktionssprachen / Languages of Construction“

 

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26.–28.09.2018, Cottbus

Mit Beiträgen von Stefan Breitling, James Campbell, Jürg Conzett, Bernard Espion, Regula Schmidlin, Roland May, Norbert Nussbaum, Stephanie van de Voorde u.a.

Sprachen können als komplexe Systeme des Austauschs von Informationen begriffen werden. Durch ihre konstruktive Struktur und die Wechselbeziehung zwischen Sprachentwicklung und Sprachumgebung bieten sich Analogien zum Bauen dabei besonders an. Einige zentrale Termini der Linguistik finden sich auch in der Beschreibung von gewachsenen und zeitlich wie örtlich ausdifferenzierten Konstruktionsweisen wieder, wie zum Beispiel dem Bauen mit Holz, Gusseisen oder Stahl. Angeregt durch seine Forschungen zu den eisernen Dächern der Eremitage in Sankt Petersburg hat Werner Lorenz den Begriff der Konstruktionssprache bereits 2005 in die Bautechnikgeschichte eingeführt. Die Geschichte der Bautechnik könnte demnach als Aufstieg, Konsolidierung und ggf. neuerliche Fortschreibung immer neuer Konstruktionssprachen gelesen werden, deren Entwicklungsprozesse jeweils einem prinzipiell ähnlichen Ablauf folgen.

Der Versuch, linguistische Termini und Beschreibungsmodi auf Konstruktionen zu übertragen, birgt dabei allerdings stets auch die Gefahr zweifelhafter Vereinfachungen oder falscher Gleichsetzungen in sich. Nicht zuletzt aus diesem Grund soll im Querschnittskolloquium „Konstruktionssprachen“ des DFG-Graduiertenkollegs „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“ der BTU Cottbus-Senftenberg der Versuch unternommen werden, die Leistungsfähigkeit einer Definition von Konstruktionssprache(n) für die bautechnikgeschichtliche Forschung kritisch zu untersuchen. Im Fokus der Beiträge steht dabei weniger die kommunikative Funktion von Sprache, sondern vor allem deren Struktur: Vokabular, Semantik und Syntax. Weiterhin soll diskutiert werden, ob und inwieweit Konstruktionssprache als neue Interpretationsoption für die Geschichte der Bautechnik herangezogen werden kann.

Im Querschnittskolloquium „Konstruktionssprachen / Languages of Construction“, das vom 26. bis 28. September 2018 in Cottbus stattfindet, sind mit Sprachbildung, Sprachreifung, Konvergenzen und Divergenzen sowie Diffusion und Verdrängung vier Themenblöcke definiert, in denen Phasen, Aspekte und Probleme der Ausformung und Ausbreitung von Konstruktionssprachen genauer untersucht werden. Dabei werden stets zwei eng miteinander in Beziehung stehende Vorträge schlaglichtartig Themen diskutieren.

Die Konferenzteilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung unter  albrecht.wiesener(at)b-tu.de wird bis 25.9.2018 gebeten.